Jahreshauptversammlung 2011 in Heppenheim

Folklorefreunde tagen im Marstall

Hauptversammlung der deutschen Sektion des Internationalen Rates für die Organisation von Folklorefestivals und Volkskunst in Heppenheim - Danach Altstadtführung mit Weinprobe.

Der Marstall im Herzen der Heppenheimer Altstadt wurde am vergangenen Wochenende zum Treffpunkt für Folklorefreunde aus dem gesamten Bundesgebiet. Anlass war die Hauptversammlung der deutschen Sektion des Internationalen Rates für die Organisation von Folklorefestivals und Volkskunst (CIOFF®, französisch: Conseil international des organisations de festivals de folklore et d'arts traditionnels).

Als Ausrichter fungierte die Heppenheimer Trachten- und Volkstanzgruppe Starkenburg e.V , deren stellvertretender Vorsitzender Norbert Müller in Personalunion auch Vorsitzender der Deutschland-Sektion des CIOFF® ist. 

Nach einer Vorstandssitzung am Freitag gingen die Beratungen und Aussprachen am Samstag im größeren Gremium weiter. Wesentliche Bestandteile der Versammlung waren Müllers Informationen zum aktuellen Stand der geplanten deutschen Ratifizierung der Unesco-Konvention zum immateriellen Kulturerbe sowie die Neuausrichtung der CIOFF®-Jugend in Deutschland.

Bezüglich des immateriellen Kulturerbes hatte Müller Anfang September an einem Fachgespräch zwischen Vertretern kultureller und gesellschaftlicher Organisationen sowie Mitgliedern der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP in Berlin teilgenommen. Ergebnis des Fachgesprächs, so teilte Müller den Versammlungsmitgliedern am Samstag mit, sei, dass die Ratifizierung weiter vorangetrieben werden soll. Voraussetzung ist allerdings, dass die dafür nötigen finanziellen Mittel vorhanden sind.

Zudem wählte die Versammlung den deutschen Vertreter für die "Folkloriada 2012" im koreanischen Anseong: Der Verband des künstlerischen Volksschaffens aus dem Sachsen-Anhaltinischen Thale wird die deutsche Sektion bei dem Festival vertreten. Alle Mitgliedsländer des CIOFF® sind eingeladen, Folkloregruppen aus ihrem Land zu dem Festival zu schicken, um die Vielfalt der Folklore zu zeigen.

Die Versammlung, in der auch Heppenheims Bürgermeister Rainer Burelbach (CDU) die Verdienste der internationalen Nichtregierungsorganisation (NGO), die in formeller und beratender Beziehung zur Unesco steht, würdigte, dauerte einige Stunden und endete erst am späten Samstagnachmittag.

Doch auch nach dem offiziellen Teil war für die Teilnehmer noch lange nicht Schluss. Vielmehr machten sie sich gemeinsam mit dem Heppenheimer Ernst Wolfrum auf den Weg, um die schönsten Flecken der Heppenheimer Altstadt in einer "Führung neuester Form" (Norbert Müller) zu erkunden. An verschiedenen Standorten wurde die Führung kurzerhand mit einer kleinen Weinprobe verbunden.

Den Samstag ließen die Teilnehmer der CIOFF®-Tagung schließlich mit einem gemütlichen Beisammensein ausklingen. Dabei leistete auch die Trachten- und Volkstanzgruppe Starkenburg mit einem Sketch ihren Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung. 

JHV 2011

Quelle: www.echo-online.de (fran)
Heppenheim, den 23. September 2011